Der Muskelkater - Gut oder schlecht?

06.04.2016

Wir kennen es alle, zumindest alle, die schon einmal richtig Sport gemacht haben: Nach dem Training geht es uns gut und am nächsten Morgen kommen wir kaum aus dem Bett, weil unsere Muskeln so schmerzen. Den ganzen Tag schleppen wir uns von Ort zu Ort, weil jede Bewegung schmerzt. 

Das ist ziemlich nervig, aber immerhin können wir unserem Kollegen in der Arbeit das Ohr abkauen, wie hart das Training gestern war. Gebt es zu, das machen wir doch alle. Eigentlich ist es doch irgendwie auch ein schönes Gefühl einen Muskelkater zu haben, weil man durch ihn weiß, im Training alles gegeben und etwas für seinen Körper getan zu haben. Aber ist das überhaupt gut oder doch schlecht? Warum bekommen wir überhaupt einen Muskelkater und was ist Muskelkater eigentlich?

Was ist Muskelkater?

Der Muskelkater entsteht vor allem durch eine zu hohe mechanische Belastung. Eine mechanische Belastung liegt vor, wenn Kräfte von außen auf ein Objekt, also unsere Muskeln, einwirken. Durch die neue Überlastung unserer Muskeln, erleidet das Gewebe winzig kleine Risse, die sogenannten Mikrotraumata im Bereich der Z-Scheiben in der Muskelfaser. Wir haben also kleine Schäden oder Verletzungen in der Muskulatur.

Das hört sich jetzt schlimmer an, als es ist, denn das gehört zum ganz natürlichen Anpassungsprozess. Unser Körper reagiert auf die kleinen Schäden im Gewebe, indem er das Immunsystem aktiviert, um so die Mikrorisse zu reparieren. Es strömen Lymphe und Blut in die betroffenen Muskeln ein, das Gewebe quillt auf und wir spüren innerhalb der nächsten 24 Stunden nach der Belastung einen Spannungsschmerz – den berühmtberüchtigten Muskelkater.

Nach maximal 7 Tagen ist der Spuk nicht nur vorbei, sondern hat unser Körper in dieser Zeit die beanspruchten Systeme sogar „überrepariert“. Wir sind jetzt noch stärker und fitter als vor dem Training und das verdanken wir dem Phänomen der Superkompensation.

Du willst noch mehr wissen zum Thema Superkompensation? Dann lese hierzu unseren Artikel „Warum es so wichtig ist, regelmäßiges zu Training!“

Unsere Muskulatur passt sich an und ist bei der nächsten Belastung derselben Art vorbereitet, wenn sie der Belastung erneut Stand halten muss. Unser Körper gewöhnt sich also allmählich an die hohe Belastung und das ist der genannte Anpassungsprozess. Das ist übrigens auch der Grund warum Spitzensportler, trotz ihres intensiven Trainings, kaum noch Muskelkater haben.

Keiner mag Klugscheißer!

Übrigens ist es ein weit verbreiteter Irrglaube, dass der Muskelkater durch die sich im Muskel bildende Milchsäure entsteht. Das ist Falsch und der Muskelkater hat nichts mit der Muskelübersäuerung zu tun.

Wie kann man dem Muskelkater vorbeugen?

Leider gibt es kein Wundermittel. Falsch ist aber zu glauben, dass Dehn- und Aufwärmübungen vor dem Sport einen Muskelkater verhindern können. Das liegt daran, dass der Muskelkater die Folge einer ungewohnten Bewegung oder einer hohen Belastung ist. Das heißt aber nicht, dass wir ab sofort die Dehn- und Aufwärmübungen weglassen können, da diese Übungen Verletzungen vorbeugen.

Was also tun, um dem Muskelkater vorzubeugen?

Eine Möglichkeit ist das Training langsam und stufenweise zu steigern. Man kann zum Beispiel mit einer Trainingseinheit pro Woche starten und sich auf zwei Trainingseinheiten pro Woche nach einer Weile steigern. Auch regelmäßiges Training kann einen Muskelkater verhindern. Regelmäßige Bewegungen verbessern nämlich die Koordination und helfen so den Muskeln besser zusammenzuarbeiten, da die Bewegungen koordinierter ausgeführt werden. 

Dich interessiert warum regelmäßiges Training so wichtig ist, dann lese hierzu unseren Artikel "Warum es so wichtig ist, regelmäßig zu trainieren!"

Was kann ich gegen Muskelkater machen, wenn dieser bereits eingetreten ist?

Die schlechte Nachricht: Eine richtige Therapie gegen Muskelkater gibt es nicht. Jetzt aber bloß nicht den Kopf hängen lassen, denn es gibt ja immer noch Erfahrungswerte. Viele Sportler schwören auf Wärmebehandlungen oder auf die Wechselwirkungen von Wärme- und Kältebehandlungen. Andere Sportler wiederum setzen auf die Reduzierung der Intensität des Trainings. Du kannst die Intensität deines Trainings zum Beispiel reduzieren, indem du die Übungen mit einer geringeren Zeitbelastung oder Weiderholungszahl durchführst.

Wichtig: Ist der Muskelkater so schmerzhaft, dass du die Übungstechniken nicht richtig ausführen kannst, dann solltest du so lange pausieren, bis dein Körper wieder voll einsatzfähig ist.

Ist der Muskelkater gut oder schlecht?

Ein reparierter Muskel ist nach dem Muskelkater kräftiger als zuvor. Insofern ist Muskelkater ein gutes Zeichen. Man sollte den Muskelkater aber auch nicht ständig provozieren, denn das käme dann einer chronischen Entzündung nah und die kann den Körper auf Dauer schwächen. Wenn du jedoch regelmäßig trainierst kann dir das gar nicht passieren, weil dein Körper sich an die Belastung gewöhnt und du immer stärker und besser wirst. Solltest du aber immer wieder längere Trainingspausen einlegen, so wirst du erneut mit dem Muskelkater konfrontiert und frustriert sein, dass du nicht fit wirst. So gesehen ist der Muskelkater weder gut noch schlecht.

 

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